Thanatopraxie

Die Thanatopraxie oder auch „Modern Embalming“ (Modernes Einbalsamieren) ist eine Form der hygienischen Totenversorgung. Sie erlaubt es, den Körper verstorbener Menschen ohne Kühlung zu erhalten und langfristig aufzubahren, damit Angehörige selbstbestimmt Abschied nehmen können. Die thanatopraktische Behandlung sorgt außerdem für ein sehr angenehmes Erscheinungsbild der/des Verstorbenen: Der Körper wird so hergerichtet, dass die Hinterbliebenen am offenen Sarg menschlich, friedvoll und ohne Schrecken Abschied nehmen können.

Zum Aufgabengebiet des Thanatopraktikers gehören auch die Rekonstruktion von Unfallopfern und die Konservierung von Verstorbenen für grenzüberschreitende Überführungen.

Wozu Thanatopraxie?

In den letzten Jahrzehnten hat sich der Umgang mit dem Tod in der Gesellschaft gewandelt. Die offene Aufbahrung wurde mehr und mehr zurückgedrängt und mit ihr das Verständnis von Sterben und Tod.

In den letzten Jahren hat jedoch ein erneutes Umdenken eingesetzt: Selbsterfahrung, Selbstfindung und ein neues Verständnis von Abschiednahme haben eine neue Basis für den Umgang mit dem Tod geschaffen. Man hat erkannt, dass dieser letzte Kontakt, die Abschiednahme am offenen Sarg, elementar wichtig im Prozess der Trauerbewältigung ist.

Die Trauerpsychologie konnte wissenschaftlich nachweisen, dass sich die Phase der Bewältigung durch eine offene Aufbahrung verkürzt. Gerade auch bei jüngeren Verstorbenen oder einem unerwarteten Tod wird das Phänomen so begreifbarer.

Um dies zu ermöglichen, bedarf es zunächst einer gründlichen und ästhetisch einwandfreien Vorbereitung der/des Verstorbenen. Denn dieser letzte Eindruck begleitet die Angehörigen das ganze Leben lang und beeinflusst auch maßgeblich die Einstellung gegenüber Sterben und Tod: Den Tod ‚ansehen‘ zu können, nimmt ihm einen Großteil seines Schreckens.

Thanatopraxie bei Bestattungen König

Jochen König ist Bestattermeister und ausgebildeter Thanatopraktiker. Er hat die Ausbildung zum Thanatopraktiker in Deutschland und England absolviert und im Jahr 2012 die Prüfung vor der Handwerkskammer Düsseldorf abgelegt. Er besitzt fundierte Kenntnisse in den relevanten Wissenschaften Anatomie, Gefäßlehre, Pathologie, Mikrobiologie, Chemie sowie in Hygiene, Desinfektion und in der restaurativen Wiederherstellung.